So belegen Sie ein Sekundärzitat wissenschaftlich sauber
Wann die Zitierweise zitiert nach erlaubt ist und wie sie im Detail funktioniert.
Was ein Sekundärzitat genau ist
Von einem Sekundärzitat spricht man, wenn Sie eine Aussage übernehmen, die Sie nicht im Original gelesen haben, sondern in einer anderen Quelle zitiert gefunden haben. Sie zitieren also aus zweiter Hand. Der ursprüngliche Autor kommt zu Wort, aber vermittelt über einen Vermittler, den Sie tatsächlich vor sich hatten.
Ein klassisches Beispiel: In einem aktuellen Lehrbuch findet sich ein treffender Satz eines älteren Forschers, dessen Originalwerk vergriffen oder schwer zugänglich ist. Wenn Sie diesen Satz verwenden möchten, müssen Sie das Sekundärzitat belegen und offenlegen, dass Sie ihn nur über das Lehrbuch kennen.
Der Kern ist Ehrlichkeit über den eigenen Rechercheweg. Sie geben zu, die Primärquelle nicht selbst geprüft zu haben. Das ist kein Makel, sondern gute wissenschaftliche Praxis, solange Sie es transparent kennzeichnen.
Warum die Originalquelle immer Vorrang hat
Grundsätzlich gilt: Wer eine Aussage nutzen will, sollte die Originalquelle lesen und direkt daraus zitieren. Nur so können Sie sicher sein, dass der zitierte Gedanke im richtigen Zusammenhang steht und nicht verkürzt oder verzerrt wiedergegeben wurde.
Vermittelte Zitate bergen ein Risiko: Die vermittelnde Quelle kann sich irren, falsch zitieren oder aus dem Kontext reißen. Wenn Sie ein Sekundärzitat belegen, übernehmen Sie im Zweifel auch deren Fehler. Deshalb ist die Zitierweise aus zweiter Hand nur die zweitbeste Lösung.
Ein Sekundärzitat ist immer dann gerechtfertigt, wenn die Primärquelle wirklich nicht erreichbar ist, etwa bei alten, fremdsprachigen oder unveröffentlichten Werken. Ist das Original dagegen mit vertretbarem Aufwand greifbar, sollten Sie es beschaffen und direkt zitieren. Ein kurzer Blick in Bibliothekskatalog und Fernleihe lohnt sich, bevor Sie zur zweiten Hand greifen.
Die Zitierweise zitiert nach Schritt für Schritt
In den meisten Zitierstilen belegen Sie ein Sekundärzitat mit dem Zusatz zitiert nach. Zuerst nennen Sie die ursprüngliche Quelle, danach folgt der Hinweis auf die Quelle, in der Sie das Zitat gefunden haben. So bleibt für alle nachvollziehbar, woher der Gedanke stammt und wo Sie ihn gelesen haben.
Ein Beispiel in Kurzform: Der Nachweis nennt zuerst den Originalautor mit Jahr, dann das Wort nach oder zitiert nach und schließlich die tatsächlich genutzte Quelle mit Seitenzahl. Wie genau die Reihenfolge aussieht, hängt vom gewählten Zitierstil ab, das Prinzip bleibt aber gleich.
Wenn Sie ein Sekundärzitat belegen, achten Sie darauf, im Text klar zu machen, wer spricht. Formulierungen wie so der Autor, zitiert nach der Herausgeberin machen den Weg der Aussage sofort sichtbar und verhindern Missverständnisse.
Das Sekundärzitat im Literaturverzeichnis angeben
Im Literaturverzeichnis führen Sie in der Regel nur die Quelle auf, die Sie wirklich in der Hand hatten, also die vermittelnde Quelle. Das Originalwerk erscheint dort nur, wenn Sie es tatsächlich selbst eingesehen haben. Diese Trennung hält Ihr Verzeichnis ehrlich und überprüfbar.
Manche Fachbereiche wünschen ausdrücklich, dass beide Werke genannt werden. Klären Sie deshalb früh, welche Vorgaben Ihr Institut hat. Wer ein Sekundärzitat belegen möchte, sollte den geltenden Leitfaden kennen, denn die Details unterscheiden sich je nach Zitierstil und Hochschule spürbar.
Achten Sie darauf, die vermittelnde Quelle mit allen üblichen Angaben aufzuführen, also Autor, Jahr, Titel und Seitenzahl. So bleibt für die prüfende Person klar erkennbar, worüber Sie an das Zitat gelangt sind.
Häufige Fehler beim Zitieren aus zweiter Hand
Der schwerste Fehler ist, ein Sekundärzitat wie ein direktes Zitat aus dem Original auszugeben. Damit erwecken Sie den Eindruck, das Primärwerk gelesen zu haben, und riskieren den Vorwurf der Täuschung. Der Zusatz zitiert nach ist daher kein schmückendes Beiwerk, sondern Pflicht.
Ebenso problematisch ist es, das Sekundärzitat zu häufig einzusetzen. Wenn ganze Passagen nur aus vermittelten Zitaten bestehen, wirkt Ihre Arbeit oberflächlich recherchiert. Ein Sekundärzitat belegen Sie am besten sparsam und nur dort, wo die Primärquelle wirklich unerreichbar bleibt.
Achten Sie zudem auf Genauigkeit bei Seitenzahlen und Jahreszahlen. Fehler pflanzen sich fort, wenn Sie ungeprüft aus der vermittelnden Quelle übernehmen. Ein kurzer Abgleich schützt Sie vor peinlichen Ungenauigkeiten, die Gutachtende schnell bemerken.
Wie eine Plagiatsprüfung bei Zitaten hilft
Eine Plagiatsprüfung zeigt Ihnen, ob Ihre Zitate als solche erkennbar sind oder ob Passagen ungewollt wie fremdes, unbelegtes Material aussehen. Gerade bei verschachtelten Nachweisen wie einem Sekundärzitat hilft der Blick von außen, Lücken in der Kennzeichnung aufzuspüren.
Der Bericht markiert Stellen, an denen ein Beleg fehlt oder unklar ist. So erkennen Sie, ob Sie ein Sekundärzitat belegen müssen oder ob die Kennzeichnung bereits sauber ist. Eine solche Prüfung ist bereits ab 2,90 Euro möglich und lohnt sich vor jeder wichtigen Abgabe.
Besonders vor der finalen Abgabe einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit gibt Ihnen diese Kontrolle spürbar Ruhe. Sie sehen schwarz auf weiß, dass Ihre Nachweise greifen, und können sich wieder ganz auf den Inhalt konzentrieren. Gerade bei vielen verschachtelten Quellen ist das ein echter Gewinn an Sicherheit.
Kurzanleitung für den Alltag
Merken Sie sich drei Schritte: Erstens prüfen, ob die Originalquelle erreichbar ist. Zweitens, falls nicht, das Zitat mit dem Zusatz zitiert nach kennzeichnen. Drittens im Literaturverzeichnis die tatsächlich genutzte Quelle angeben.
Wer diese Reihenfolge verinnerlicht, kann jederzeit sauber ein Sekundärzitat belegen und muss nie raten. So bleibt Ihre Argumentation transparent, Ihr Rechercheweg ehrlich und Ihre Arbeit auf sicherem wissenschaftlichem Boden.
Legen Sie sich diese drei Schritte als feste Gewohnheit zu, dann geht Ihnen das saubere Zitieren mit der Zeit ganz selbstverständlich von der Hand. Sie sparen sich Nerven, vermeiden Rückfragen der Betreuenden und schützen sich zuverlässig vor dem Vorwurf, unsauber oder nachlässig gearbeitet zu haben.
Weitere Themen auf plagiat-kontrolle.de
Häufige Fragen zu Sekundärzitat belegen
Wann darf ich ein Sekundärzitat belegen statt das Original?
Ein Sekundärzitat ist erlaubt, wenn die Originalquelle wirklich nicht erreichbar ist, etwa bei alten, vergriffenen oder fremdsprachigen Werken. Ist das Original mit vertretbarem Aufwand greifbar, sollten Sie es beschaffen und direkt zitieren. Die Zitierweise aus zweiter Hand bleibt die zweitbeste Lösung.
Wie sieht die Zitierweise zitiert nach konkret aus?
Sie nennen zuerst die Originalquelle mit Autor und Jahr, dann den Zusatz zitiert nach und schließlich die Quelle, in der Sie das Zitat gefunden haben, mit Seitenzahl. Die genaue Reihenfolge hängt vom Zitierstil ab. Das Prinzip bleibt aber immer gleich.
Welche Quelle kommt ins Literaturverzeichnis?
In der Regel führen Sie nur die Quelle auf, die Sie selbst gelesen haben, also die vermittelnde Quelle. Das Originalwerk erscheint dort nur, wenn Sie es tatsächlich eingesehen haben. Manche Fachbereiche wünschen beide Angaben, klären Sie das daher früh mit Ihrem Institut.
Ist ein Sekundärzitat automatisch ein Plagiat?
Nein, solange Sie es korrekt kennzeichnen. Erst wenn Sie ein vermitteltes Zitat als eigene Leistung oder als direktes Zitat aus dem Original ausgeben, entsteht ein Problem. Wer ein Sekundärzitat belegen will, macht den Rechercheweg transparent und bleibt damit auf der sicheren Seite.
Wie viele Sekundärzitate sind in einer Arbeit vertretbar?
So wenige wie möglich. Ein Sekundärzitat belegen Sie am besten nur dort, wo die Primärquelle unerreichbar ist. Bestehen ganze Abschnitte aus vermittelten Zitaten, wirkt die Recherche oberflächlich. Setzen Sie das Mittel deshalb sparsam und gezielt ein.
Jetzt prüfen mit PlagAware aus dem Universitätsbetrieb
Sekundärzitat belegen mit PlagAware, der Plagiatssoftware über 20 deutscher Universitäten, gegen über 60 Milliarden Quellen. PDF-Bericht in 15 Minuten an deutschen Hochschulen, ab 2,90 €.
Sekundärzitat belegen starten